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Test der Woche vom 25.04.2006
Bertelsmann BKK

In dieser Woche testen wir erneut das Angebot einer Betriebskrankenkasse. Diesmal geht es um die Bertelsmann BKK.

Abbildung von bertelsmann-bkk.de

Die eigene Einschätzung der Barrierefreiheit:

Die Bertelsmann BKK strebt eine weitgehende Konformität mit der Zugänglichkeitsstufe AA des W3C an. Wir verstehen Barrierefreiheit als fortlaufenden Prozess und werden in Zukunft unsere Internetangebote weiter prüfen, anpassen und optimieren.

Nicht ganz zu dieser eher vorsichtigen Aussage passt ein nicht zu übersehendes WAI-AA Logo, das auf allen Seiten untergebracht wurde.

Wie schlägt sich das Angebot im BITV-Test?

Bitte nicht blur()!

Das größte Problem ist die Tastaturbedienbarkeit. Die Links in der Hauptnavigation werden mittels des Eventhandlers onfocus und der Javascript Funktion blur(), wahrscheinlich aus ästhetischen Gründen, ihrer natürlichen Fokus-Hervorhebung beraubt.

Der fatale Nebeneffekt für die Zugänglichkeit: Die Seiten sind mit dem Internet Explorer praktisch nur per Maus benutzbar. Die zusätzlich angebotenen Tastaturkurzbefehle für die Links in der Hauptnavigation können die Situation nicht entschärfen. Wer keine Maus nutzen kann, gelangt auch nicht zu der Seite, auf der sie dokumentiert sind.

Sicher ein relativ leicht zu behebender Mangel, aber so ist das Angebot nicht tastaturbedienbar. Das Gesamtergebnis musste daher abgewertet werden.

Weitere Probleme

Eine Reihe von weiteren Arbeiten sind erforderlich, um dem selbst gestellten Anspruch an Barrierefreiheit gerecht zu werden:

  • Die Helligkeitskontraste für einige Überschriften und einen auf jeder Seite sichtbaren Formularblock (Service-Point) sind sehr schlecht.
  • Die Strukturierung mit Überschriftenelementen macht insgesamt noch keinen durchdachten Eindruck. Nicht alle Zwischenüberschriften sind ausgezeichnet. An einigen Stellen werden "Pseudo"-Überschriften (span class="headline") eingesetzt.
  • Der Bereich Textalternativen ist insgesamt befriedigend umgesetzt. Es mangelt hier im Detail. So etwa bei den Icons, die Links vorangestellt werden. Diese Icons haben meistens einen leeren Alternativtext (richtig!), aber an einigen Stellen auch den insbesondere für Screenreader Nutzer unverdaulichen Alternativtext "»".
  • Ein Konzept für die Zugänglichkeit der eingestellten PDFs ist nicht zu erkennen, auch nach der vorgesehenen Neufassung wäre der Prüfschritt zu angemessenen Formaten nicht erfüllt.

Fazit

Das Gesamtergebnis von nur 74,5 Punkten mit Abwertung lässt vermuten, dass hinsichtlich der Barrierefreiheit Hopfen und Malz verloren ist. Dieser Eindruck wäre aber falsch. Die Website bietet mit einem CSS Layout, sehr guter Skalierbarkeit und guter Standardkonformität (2 der 3 getesteten Seiten validieren) gute Grundlagen für die Entwicklung einer wirklich "weitgehend barrierefreie" Website.

Getestet von: Thomas Mayer, BIK-Beratungsstelle Hamburg
Internetadresse: http://www.bertelsmann-bkk.de/
Testergebnis: 74,5 von 100 Punkten (und abgewertet)

Nachtrag vom 20.09.2006

Die Bertelsmann BKK hat ihr Angebot nach dem Test an einigen Stellen überarbeitet:

  • Probleme mit der Tastaturbedienung (Grund für Abwertung) sind beseitigt
  • Helligkeitskontraste von Texten sind verbessert
  • HTML-Strukturelemente für Überschriften: besser, aber noch nicht optimal
  • Anderssprachige Wörter sind zumindest in den seitenübergreifenden Bereichen ausgezeichnet
  • Aktuelle Position des Fokus ist jetzt deutlich
  • Reihenfolge bei Tastaturbedienung ist jetzt schlüssig
  • Neue Fenster werden angekündigt
  • Alternativtexte für Bedienelemente sind verbessert
  • Grafiken vor wechselndem Hintergrund erkennbar und Verzicht auf Schriftgrafiken (hier ging es jeweils um die selbe Grafik): die Grafik ist durch Text ersetzt worden

Prüfschritt 11.1.1 (Angemessene Formate) ist noch nicht erfüllt, die generierten HTML Alternativen sind nicht barrierefrei.

Getestete Webangebote anderer Krankenkassen:


Kommentare

Kommentar von Kai Laborenz am 01.05.2006 um 18:12 Uhr

Das blur() stammt i.ü. von einer offenbar ungeprüft übernommenen Standardeinstellung des verwendeten CMS TYPO3. Die lässt sich aber deaktivieren oder modifizieren, was offenbar auch schon geschehen ist.

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