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Test der Woche vom 28.02.2006
Bundeszentrale für politische Bildung

In unserer Testreihe "BITV-umsetzen - jetzt" haben wir in dieser Woche das Webangebot der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) untersucht.

Abbildung von bpb.de

Auf den ersten Blick wirkt der Webauftritt gut strukturiert und klar gegliedert - zumindest für sehende Nutzer. Schaut man allerdings hinter die Kulissen, kommen schnell zahlreiche schwerwiegende Mängel zum Vorschein.

Fehlende Alternativtexte

Viele grafische Bedienelemente haben keine Alternativtexte - darunter auch so wichtige wie der "Abschicken"-Button der Suchfunktion oder das bpb-Logo, das zurück auf die Startseite verweist. Auch bei den Schriftgrafiken zur Rubrikkennzeichnung rechts oben auf den Seiten fehlt der alt-Text. Screenreader-Benutzern entgehen durch die fehlenden Alternativtexte wichtige Informationen.

Kaum Strukturierung

Überschriften, Absätze und Listen sind entweder gar nicht oder so ungenügend ausgezeichnet, dass blinde oder stark sehbehinderte Nutzer mit den üblichen Navigationsmöglichkeiten ihrer Hilfsmittel schnell an die Grenzen stoßen und nicht in der Lage sind, sich einen schnellen Überblick über den Aufbau der einzelnen Seiten zu verschaffen.

Im als Datentabelle realisierten Veranstaltungskalender sind die Spaltenüberschriften nicht mit th ausgezeichnet.

Starre Gestaltung

Die Webseiten lassen sich schlecht an individuelle Benutzerbedürfnisse anpassen, wofür es gleich eine ganze Reihe von Gründen gibt:

  • Die Schriftgröße ist in Pixeln festgelegt und lässt sich deshalb im Internet Explorer nicht vergrößern. Sehbehinderte Nutzer werden hierdurch in der Bedienung des Webauftritts stark eingeschränkt.
  • Einige Bedienelemente, zum Beispiel die grafische Schaltfläche zum Starten der Suche, haben einen transparenten Hintergrund und sind bei bestimmten benutzerdefinierten Farbeinstellungen schwer oder gar nicht erkennbar.
  • Andere Bedienelemente wie beispielsweise die Schaltflächen "Suche starten" oder "Einloggen" sind als Schriftgrafiken ausgeführt, weshalb Benutzer weder die Schriftgröße noch die Farbe an ihre Bedürfnisse anpassen können. Das gleiche gilt für die Rubrikkennzeichnungen im rechten oberen Bereich, die ebenfalls als Schriftgrafiken ausgeführt sind.
  • Das Layout wird mithilfe von Tabellen realisiert, darüber hinaus werden zahlreiche veraltete Elemente und Attribute verwendet, unter anderem auch zur Schrift- und Farbgestaltung. Von Trennung von Inhalt und Gestaltung also keine Spur. Die Folge: Wer mit dem Layout nicht gut klarkommt (zum Beispiel wegen der teilweise deutlich zu schwachen Kontraste), kann es nicht einfach durch Deaktivieren des Stylesheets ausschalten.

Weitere Mängel

Beim Testen stießen wir unter anderem auf fehlende Sprachauszeichnungen und label-Elemente, unangekündigte Popup-Fenster und zahlreiche veraltete Elemente und Attribute. Keine einzige der geprüften Seiten ist valide. Insgesamt erreicht bpb.de ein Ergebnis von nur 64 Punkten und die Bewertung "schlecht zugänglich".

Fazit

Ein Auftritt der alten Schule, der vollständig überarbeitet werden müsste. Bleibt also zu hoffen, dass die bpb bald mit neuen und zugänglicheren Internetseiten an die Öffentlichkeit treten wird.

Getestet von: Kerstin Probisch, BIK-Beratungsstelle Marburg
Internetadresse: http://www.bpb.de/
Testergebnis: 64 von 100 Punkten

Getestete Webangebote anderer Bundesbehörden:


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