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Sonderpreis Barrierefreiheit beim DMMA 2005
2. Zwei häufig vorkommende Probleme

2.1. Inhalte gehören nicht in das Stylesheet

Schon im letzten Jahr Thema: Bildersetzungstechniken. Auch in diesem Jahr wurden wieder eine Reihe von Websites eingereicht, die Grafiken über das Stylesheet einblenden. Dabei werden verschiedene Techniken angewendet: Manchmal wird ein im HTML-Dokument tatsächlich vorhandener Inhalt (beispielsweise eine Überschrift) per CSS ausgeblendet und durch ein Hintergrundbild ersetzt, manchmal gibt es auch gar keinen "echten" Inhalt, sondern das Hintergrundbild wird einfach einem leeren div-Element oder einem leeren a-Element (also einem Link ohne Text) zugewiesen.

Diese Technik ist in allen Varianten sowohl von der Idee her als auch praktisch unzweckmäßig und für barrierefreie Webangebote ungeeignet:

  • Sie wird dem Konzept der Trennung von Inhalt und Layout nicht gerecht. Denn informative Grafiken - und dazu gehört auch das Firmenlogo und erst recht jede Art von Bedienelement - sind eindeutig Inhalte, sie betreffen nicht nur die Darstellung, sind kein verzichtbarer Schmuck. Und als Inhalte gehören sie nicht in das Stylesheet, sondern in das HTML-Dokument.
  • Sie bedeutet auch praktisch insbesondere für sehbehinderte Besucher eine Barriere. Wer aufgrund einer Sehbehinderung in seinem Browser ein individuelles Farbschema eingestellt hat oder unter Windows den Kontrastmodus nutzt, bekommt keine Hintergrundbilder angezeigt. Wenn also Inhalte als Hintergrundbilder eingebunden werden, sind sie für diese Nutzergruppe nicht zugänglich.

Eine ansonsten sehr gute Einsendung konnten wir nicht in die Shortlist aufnehmen, weil für wichtige grafische Elemente die Bildersetzungstechnik eingesetzt wurde. Auch bei vier Shortlist-Vertretern werden informative Grafiken per CSS als Hintergrundbilder eingebunden.

Senckenberg, Baden-Württenberg, das RRZE und OpenComp haben die Technik für das Logo eingesetzt. Das ist vor allem dann problematisch, wenn das Logo gebraucht wird, um zu verstehen, worum es auf der Seite geht.

Das RRZE nutzt Hintergrundgrafiken darüber hinaus für weitere Bedienelemente: drei Schaltflächen für Startseite, Kontakt und erweiterte Suche, ferner zwei verlinkte Logos. So sieht die Startseite des RRZE aus, wenn der Besucher andere Hintergrundfarben definiert hat:

Abbildung der Startseite des RRZE mit benutzerdefinierten Farbeinstellungen

Links unter dem Menü ist freier Platz. Dort sind zwei nicht mehr sichtbare grafische Links auf übergeordnete Websites angeordnet. Im Kopf der rechten Spalte ist ebenfalls freier Platz. Dort sind drei nicht mehr sichtbare Links auf die Startseite, Kontakt und erweiterte Suche angeordnet.

2.2. Ein barrierefreies Layout muss große Schriften vertragen

Wenn sehr große Schriften gebraucht werden und zugleich nur ein extrem kleiner Bildschirm zur Verfügung steht, sind dreispaltige Layouts ungeeignet. Der Besucher ist dann mit einem alternativen einspaltigen Layout oder mit der vom Browser gestylten HTML-Seite besser bedient. Aber das Layout sollte schon unterschiedliche Anforderungen unter einen Hut bringen, in vernünftigen Grenzen sollte es sowohl in Bezug auf die Schriftgröße als auch in Hinblick auf die Auflösung flexibel sein.

Bei einigen ansonsten sehr gut zugänglichen Einreichungen ist das nicht der Fall. Das Layout passt sich nicht gut an kleine Browserfenster an und funktioniert nicht mehr, wenn der Besucher die Schrift vergrößert.

So sieht zum Beispiel der rechte rote Kasten auf der Startseite von senckenberg.de aus, wenn man im Firefox die Schrift vergrößert hat:

Abbildung der Startseite von senckenberg.de in Firefox mit vergrößerter Schrift

Firefox verhält sich hier standardkonform. Für die Höhe des roten Kastens wurde ein fester Wert in Pixeln vorgegeben, daher wächst er nicht mit. Bei vergrößerten Schriften ist der Willkommensgruß nur noch halb und die darunter angeordnete Adresse gar nicht mehr sichtbar.

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Letzte Änderung: 29.06.2005   |   © 2004-2007 DIAS GmbH   |   Impressum   |   Barrierefrei